Das lange 19. Jhd

Allgemeine Informationen zur Epoche

Das lange 19. Jahrhundert fängt an mit der Französischen Revolution in 1789. Wegen der Verschwendungssucht des Königs und den vielen Kriege, die geführt worden sind, ist Frankreich pleite. Die Adel braucht bisher keine Steuern bezahlen und will nicht auf dieses Privilegie verzichten. Die aufgeklärte Stimmung unter den politischen Denkern, sorgt dafür, dass sich revolutionäre Ideen entwickeln können. Das Volk soll mehr Rechte bekommen und nicht mehr unterdrückt werden. Die Philosophen Voltaire und Rousseau kämpfen für die Bürgerrechte. Der König braucht aber Geld und er stimmt eine Erneuerung zu. Die Idee ist, dass nicht nur der Adel und Klerus mitbestimmen dürfen, sondern dass das Volk jetzt auch eine richtige Stimme bekommt. Der König ist sich aber noch nicht im Klaren, ob er diese Erneuerung auch wirklich durchsetzen möchte.

Das Volk wehrt sich jetzt gegen den Absolutismus und Machtmißbrauch des Adels. Sie bestürmen die Bastille, ein Gefängnis in Paris. Die Soldaten des Königs schließen sich der Revolution an.

Die Macht des Königs wird eingeschränkt und das Volk bekommt mehr Rechte. Vertreter der Unterschicht ergreifen die Macht und errichten unter Robespierre eine Schreckensherrschaft. In 1799 übernimmt Napoleon Bonaparte die Regierung und damit endet die Revolution. Seine Ideen werden durch ganz Europa exportiert. Auch Napoleon führt Kriege und vergrößert somit Frankreich mit dem naheliegenden Rheinland. Die Ideen von Menschenrechten, Freiheit, Einheit und Brüderlichkeit konnten sich während der Besatzungszeit in Deutschland verbreiten.

Napoleon hat die Absicht ein Riesenreich zu gründen. Dafür zieht er in den Krieg gegen Russland. Deutsche Soldaten müssen daran teilnehmen. Die Russen wehren sich, Hunger und Kälte führen zu einer Niederlage. Am Ende des Jahres 1812 kehrt eine Minderheit der Truppen nach Deutschland zurück.  Allmählich entsteht ein Hass gegen Napoleon und das führt zu einem allgemeinen Patriotismus.

Die Linksliberalen in der Gesellschaft sind Nationalisten. Sie benehmen sich kämpferisch. Es sind vor allem junge Studenten, die sogenannte Burschenschaften gründen. Weil die Aktivitäten der Burschenschaften aus dem Ruder laufen (es wird ein Dichter ermordet), werden sie verboten. Zu diesen Burschenschaften haben sich auch Professoren angegliedert, wie von Humboldt und Grimm. Die ‘Göttinger Sieben’ , sieben Professoren, werden sofort von der Uni entlassen, weil sie den Studenten zu sympathisch sind.

Preußen, Russland, Großbritannien und Österreich schließen ein Bündnis. Es folgen sogenannte Befreiungskriege. Die Völkerschlacht bei Leipzig ist entscheidend für die Auflösung des Rheinbundes und Napoleons Rückzug.

Die Ideale der Französischen Revolution werden vom wohlhabenden Bürgertum sehr begrüßt. Die Befreiungskriege fördern ein Nationalgefühl unter den Deutschen. Studenten, Professoren und Akademikern gründen eine Bewegung, die Freiheitsrechte und die Gründung eines deutschen Nationalstaates fordert, den sogenannte Vormärz.

Auf dem Wiener Kongress in 1815 (Wiederherstellung der alten Herrschaftsordnung, wie sie vor der Französischen Revolution war), sprechen die europäischen Fürsten sich für diese Forderungen aus. Die Restauration wird eingesetzt, die vorrevolutionäre Ordnung soll wiederhergestellt werden. Die Bürger wollen aber einen deutschen Nationalstaat mit eigener Verfassung. Diese Forderungen führen zur Revolution in 1848.

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Die Folge ist ein gesamtdeutsches Parlament, dass sich mit Grundrechten beschäftigt. Es werden auch deutsche Parteien gegründet. Die Hauptgruppen sind: die Konservativen, die Liberalen und die Demokraten. Diese Gruppen verfolgen oft unvereinbare Ziele; die Liberalen wollen die Monarchie beibehalten, die Demokraten befürworten eine Republik. Es kommt zu einer Konterrevolution, wo Preußen und Österreich die Kontrolle wieder zurücknehmen. Österreich bleibt als absolutistischer Vielvölkerstaat bestehen. Die Revolution scheitert.

In 1866 führt Preußen Krieg gegen Österreich und siegt. Frankreich betrachtet diese Ausbreitung Deutschlands mit Sorge. Otto von Bismarck, der Kanzler des Norddeutschen Bundes ist davon überzeugt, dass ein Krieg gegen Frankreich nicht zu vermeiden ist. Er stellt den Krieg gegen Frankreich ein. Am 27. Oktober 1870 ergibt sich die französische Armee. Am 10. Mai 1871 muss Frankreich das Elsass und Teile von Lothringen an Deutschland abtreten und dazu noch eine große Summe Geld zur Kriegsentschädigung zahlen. Diese Demütigungen führen letztendlich zum Ersten Weltkrieg in 1914. Im Jahre 1871 verhandelt Bismarck mit den süddeutschen Staaten über das Beitreten zum Norddeutschen Bund. Der deutsche Nationalstaat wird gegründet und Wilhelm I wird zum Kaiser gekrönt. Otto von Bismarck wird Reichskanzler.

Die Arbeiterbewegung in Deutschland verstärkt sich und diese Bewegung fordert gewisse Rechte. Bismarck versucht die Sozialdemokratie, und damit die Arbeiterbewegung, mit repressiven Maßnahmen zu bekämpfen, aber es gelingt ihm nicht.

Wilhelm II entlässt Bismarck in 1890 und will sich mit der Arbeiterbewegung verständigen. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands, die bisher verboten war, kann jetzt neu gegründet werden. Diese Partei wird der Mitgliederstärkste Partei bevor den Ersten Weltkrieg.

Inzwischen hat die Industrielle Revolution auch in Deutschland fußgefasst. Von 1871 bis 1914 versechsfacht Deutschland seine industrielle Produktion und überflügelt damit Großbritannien, wo diese Revolution ursprünglich angefangen hatte. Die Wissenschaft und Forschung bekommen einen starken Aufschwung. Jeder dritte Nobelpreis für Naturwissenschaften geht nach Deutschland.

Die Städte geraten übervölkert, weil die Leute in die Stadt ziehen um Arbeit zu suchen. Weil es nicht genügend Häuser gibt um alle unterzubringen, leben die meisten in sehr schlechten Umständen. Die Mietskasernen sind übervoll und es herrschen schlechte hygienische Bedingungen. Dagegen werden luxuriöse Häuser für die Reichen gebaut. Der Kontrast ist also riesig.

Es entstehen antisemitische Bewegungen, die sich eine politische ‘Weltmachtstellung’ für Deutschland wünschen. Wilhelm II glaubt, dass er sein Grundgebiet ausbreiten kann. Die Welt ist unter den imperialistischen Staaten schon weitgehend aufgeteilt. Das Ausland sieht in Deutschland eine Bedrohung, wegen dieses imperialistischen Strebens nach Macht. Russland, Großbritannien und Frankreich schließen ein Bündnis, um die Macht und weltpolitischen Einstieg Deutschlands einschränken zu können.

Es gibt viele Kunststile in dieser Epoche. Das ist die Folge von unter anderen der Aufklärung, der Französischen Revolution, der vielen Erfindungen, der Industrialisierung, dem Aufkommen der Wirtschaft und der Technik. Folgende Kunststile werden im 19. Jahrhundert hervorgebracht:

In der Technik entwickelt sich alles sehr schnell. Die natürlichen Antriebskräfte werden durch die Dampfmaschine ersetzt. In der Wirtschaft kommt die Manufaktur größtenteils zu einem Ende, weil in den Fabriken jetzt Massenproduktion möglich ist. Viele technische Erfindungen dienen der Beschleunigung von Reisen und Transport.

In der Kunst zeigen sich diese neuen Entwicklungen auch. Künstler wollen ihre eigenen, persönlichen Ansichten verarbeiten und demonstrieren. Diese Kunst wird von dem Publikum oft nicht verstanden. ("Kunst des 19. Jahrhunderts.

Einer der wichtigsten Philosophen in dem 19. Jahrhundert ist Karl Marx. Er schreibt ein Pamphlet, ‘Das Manifest’, worin er aufruft zur Revolution des Proletariats. Marx sagt, dass die Geschichte ein andauernder Klassenkampf ist zwischen der Bourgeoisie und  dem Proletariat. (Zwischen reich und arm). Die Bourgeoisie besitzt die Produktionsmittel und das Proletariat hat nichts. Nachdem einige Arbeiterrevolten ( ‘Arbeiter aller Länder, vereinigt euch’) zu nichts führten,  fängt er an ein neues Werk zu schreiben. Er analysiert in ‘Das Kapital’ die Grundlagen des Kapitals. Wie ist es soweit gekommen, dass das Kapital nicht ehrlich verteilt ist. Er glaubt, dass der Gewinn des Kapitalismus entsteht aus der Ausbeutung der Arbeiter. Auch wenn der Arbeiter seine Produktivität erhöht (durch Gebrauch von Maschinen), bekommt er dafür nicht mehr Geld und muss er genau so viele Stunden arbeiten als zuvor. Er möchte zeigen, dass sich wesentlich nichts verändert habe seit dem Mittelalter, wo der Landesherr seine Leibeigenen für sich arbeiten ließ. Die Arbeiter seien sich davon aber nicht bewußt.

Objekte zu dieser Epoche gehörend

Beethovenfries Secession

Gustav Klimt

Ferdinand Georg Waldmüller

Jugendstil

Friedrich Nietzsche

Lohengrin

Also sprach Zarathustra

Pan tröstet Psyche