Friedrich Nietzsche (1844 - 1900) war ein deutscher, aufgeklärter Philosoph. Nietzsche hat nie Philosophie studiert, sondern Theologie und klassische Sprachen (Griechisch und Latein). Schon mit 24 Jahren war er Professor klassische Sprachen in Basel. In der Zeit schrieb er selber klassische Musik , beeinflusst von Richard Wagner, den er hier kennengelernt hat und dem er sein erstes Buch gewidmet hat. Später hat er sich von Wagner abgewandt, er kritisierte seine religiösen Auffassungen.
Seine Werke sind einzigartig in der Philosophie. Er sucht nicht nach Wahrheit, sondern seine Wahrheit.
In späteren Werken prangert er die herrschende Dekadenz an. Sowie er selbst sagte, war er verstrickt in “dem Kampf gegen alles was bisher von Menschen verehrt und geliebt ist”. Ab dem Moment hat er viel durch Europa gereist und hat er seine bekanntesten Werke geschrieben, wie ‘Also sprach Zarathustra’ und ‘Der Wille zur Macht.’
Die Kernideen Nietzsches können zusammengefasst werden anhand der Parolen ‘Wille zur Macht’, ‘Nihilismus’ (alles ist sinnlos, egal), ‘Normen sind nicht absolut, sondern subjektiv’, ‘Umwertung aller Werte’ , ‘Übermensch, Gott ist tot und ewige Rückkehr’.
Nietzsche glaubte, die Welt bestehe nur aus Wille zur Macht. Eine Welt ohne objektive Wahrheit, wo die Moral stets relativiert wird und wo der christliche Glauben sich festhalt an antike Werte (von Platon und Aristoteles). Diese Werte werden durch alle Menschen ignoriert. Dort wo man auf ein nicht bestehendes Jenseits hinweist, entsteht ein Bedürfnis an einer Umwertung aller Werte.
Er fragt sich was gut und was schlecht ist. Das Gute ist das, was das Gefühl von Macht in den Menschen vergrößert, die Wille zur Macht. Das Böse ist das, was der Folge von Schwäche ist. Der schöpferische, wollende, werdende ‘ich’ wird am wichtigsten. Der Übermensch ist geboren.
Der Übermensch ist mehr als ein Mensch, aber kein Gott. Er strebt nach Kraft, Vitalität und Macht. Er beugt den Stirn nicht für einen erfundenen und also toten Gott und auch nicht für eine Moral der zu Schwäche und Mitleid führt . Er steigt über sichselbst hinaus durch die Lehre der ‘Amor fati’ (die Liebe für sein eigenes Schicksal) zu umarmen. Der Mensch soll sein Leben leben ohne Ziel oder Bestimmung und das nicht nur einmal, sondern immer wieder. Er selber übernimmt dafür die Verantwortung.
Die Geschichte wiederholt sich andauernd und es gibt kein Paradies (Die Lehre der ewigen Rückkehr) Die Gläubigen warten auf dieses, nicht existierendes Paradies und deswegen ist ihr Leben auf Erden eine Qual. Dieses Leiden kann aber zu positive und negative Gefühle führen. Man soll diese Gefühle umarmen, denn nur dadurch sind die Menschen zu Unglaublichem fähig. Wer ‘himmelhoch jubeln’ will, soll auch bereit sein ‘zum Tode betrübt’ zu sein.
Nietzsche war, wie Karl Marx, Kulturkritiker und Kritiker seiner eigenen Zeit . Sein Gedankengut hat auch Sigmund Freud beeinflusst, der genau wie Nietzsche, davon ausging, dass Schuldgefühl die Basis und Erklärung für Religion ist.
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Nietzsche bildet mit seinem Gedankengut das Fundament der ‘neuen Philosophen’. Diese neue Philosophen sind kosmopolitische Menschen, die sich nicht nur in ein Land oder in eine Kultur wie zu Hause fühlen. Sie treffen sich bewusst mit anderen Kulturen um in Kontakt mit anderen Werten zu kommen und sich das Fremde anzueignen. Sie verstehen, dass es nicht nur eine Moral oder eine Wahrheit gibt. Der Wille zur Macht, ein Kampf zwischen die starken und schwachen Triebe, liegt an der Basis unseres Handeln.
In 1900, nachdem er schon 11 Jahre an einer geistlichen Krankheit erlitt, ist Nietzsche gestorben. Einige Zitate von Nietzsche, die uns noch heutzutage bekannt sind: