Das Mittelalter läuft von ungefähr 500 bis 1500. Es ist die Zeit zwischen Antike und Neuzeit. Wann die Antike genau endete und das Mittelalter begann, ist nicht so deutlich. Es gibt Wissenschaftler, die der Beginn der Völkerwanderung um 370 als Anfang betrachten. Andere glauben der Untergang von dem weströmischen Reich in 476 ist der Anfang. Inzwischen glaubt man, die Endung der Antike und damit Anfang des Mittelalters war nicht abrupt, sondern dauerte mehrere Jahrzehnte.
Es war die Zeit des Großrömischen Reiches. Damals lebten ungefähr vier Millionen Menschen in Deutschland. Deutschland war kein eigenes Land, es war unterteilt in vielen Fürstentümer. Viele Volksgruppen kämpften gegen einander. Das Mittelalter wurde vor allem geprägt von der christlichen Religion. Denken und Handeln waren vor allem auf Gott und das Jenseit ausgerichtet. Es gab eine deutliche Hierarchie. Die Gesellschaft bestand aus einem Ständesystem. Ganz oben standen die Adligen und darunter die Mönche und Ritter . Darunter stand das normale Volk wie Handwerksleute und Kaufleute. Ganz unten standen die Bauern. Man konnte damals nicht zu einem anderen Stand aufsteigen.
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Die meisten Bauern hatten kein eigenes Land. Wenn sie Land hatten, mussten sie für den König kämpfen, damit sie frei blieben. Sie durften selber ein Teil der Ernte behalten, das Meiste war für den adligen Herr. Die Ritter mussten für ihren Fürst kämpfen. Eigentlich wollten sie auch in einem Kloster sein, denn dann würden sie in den Himmel kommen. Weil die Ritter auch viel Raubgut ins Kloster mitbrachten, wurden die Klöster reich. Die Marienverehrung stammt aus der damaligen Zeit. Die Frauen sollten höflich behandelt werden. Bevor dieser Zeit hatten die Frauen eine andere Position. Die sogenannte Ritterliteratur ging vom Hof bis Hof und wurde dort vorgelesen, weil die meisten Leute nicht lesen konnten.
Ab den 12. Jahrhundert wurden die Städte wichtig. Ein Bauer, der in die Stadt ging und ein Jahr lang nicht zurückgerufen wurde, war ein freier Mann. ‘Stadtluft macht frei’. Städte entstanden meistens dort, wo ein Markt war, also gehandelt wurde. Das Mittelalter ist die Zeit der Kreuzzüge. Ziel dieser Kreuzzüge war, Jerusalem von der islamischen Herrschaft zu befreien. Christen und Ritter zogen zusammen dahin.
Viele Leute im Mittelalter starben an der Pest (dem Schwarzen Tod). In der Zeit von 1346 bis 1353 gab es eine schwere Pestepidemie. 10% der deutschen Bürger starb an dieser Krankheit. Außerdem war es die Zeit der großen Hungersnöte. Am Ende des Mittelalters ging das Großrömische Reich zu Ende.
Die Kunst im Mittelalter war vor allem religiös und christlich geprägt. Die Kunst stand im Dienst eines Weltbilds, das von einer Zweiteilung der Welt ausgeht. Der Himmel wurde gesehen als das Gute und die Erde war das Böse. Das irdische Leben war nur ein Durchgangsstadium zum Leben im Himmel. Die Kirche ist die einzige, die das Kontakt zum Göttlichen vermittelt.
Die Kunst befand sich in der Kirche. Das normale Volk war arm und die Kirche war sehr reich. Eine ganz wichtige Farbe war Gold. Damit konnte man das Höchste ausdrucken. Zwischen 1000 und 1200 war der Baustil vor allem romanisch (runde Fensterbogen). Danach wurde der Stil gotisch (spitz zulaufende Fensterbogen). Dieser Stil blieb bis ins späte Mittelalter der vorherrschende Stil.