Burg Eltz liegt in einem engen Moseltal zwischen Koblenz und Cochem. Sie ist eine Ritterburg und wurde im 9. und 10. Jahrhundert auf einem 70 Meter hohen Fels gebaut. Die Blütezeit der Burg war zwischen den späten 11. bis zum 13. Jahrhundert. In dieser Epoche fällt zum ersten Mal den Namen Eltz. Damals war der Burg noch klein und war im romanischen Stil gebaut. Heutzutage sind noch einige Teile vom Palas (Festsaal) erhalten, wie der bemalte Schornstein und die ebenfalls bemalte romantische Fensterbogen.
Die Burg entstand in einer strategisch günstiger Lage. Sie wurde nämlich an einem Weg gebaut, der die Mosel mit der Eifel und dem Maifeld verbund. In 1268 wurde die Burg und die Ländereien unter drei Brüdern geteilt. In der Burg lebten mehrere Linien des Hauses Eltz in Gemeinschaft zusammen. Rund 1330 wollte der Erzbischof Balduin von Luxemburg sein Territorium ausbreiten. Die Besitzer der Burg Eltz und ihre Nachbarn schlossen ein Bündnis um zu verhindern, dass die Burg eingenommen wurde, die sogenannte Eltzer Fehde. Die Burg wurde jahrelang erfolglos mit Hilfe von Katapulten belagert. Nach der Eltzer Fehde fanden keine kriegerischen Handlungen mehr auf der Burg statt.
Ab Mitte 1400 wurde der Burg ausgebaut, es kamen einige Stockwerke dazu . Am Anfang 1600 wurde der romanische Palas und die Nebengebäude um mehrere Stockwerke erhöht. Es entstand Fachwerk, das im Innenhof noch immer sichtbar ist. In dem Dreißigjährigen Krieg mussten die Bauarbeiten leider unterbrochen werden. Erst danach wurden sie durch Hans Jakob zu Eltz und seine Frau Anna Elisabeth von Metzenhausen zu Ende gebracht. Es ist noch sichtbar an die Schlusssteine des Kreuzgewölbes der Torhalle mit dem Wappen Eltz und Metzenhausen. Das frühbarocke Allianzwappen weist darauf hin.
Die gesamte Baugeschichte erstreckte sich über mehr als 500 Jahre. Die unterschiedliche Stilrichtungen vom Mittelalter bis zum Frühbarock vereinigen sich in dieser Burg. Während der Romantik hatten die Menschen Interesse am Mittelalter. Von 1854 bis 1888 setzte Graf Karl zu Eltz sich sehr für die Restaurierung der Burg ein. Der Graf berücksichtigte die vorhandene Architektur. Im Gegensatz zu den letzteren Bauarbeiten erfolgte keine wesentliche bauliche Veränderung der Burg.
Bis auf heute ist die Burg im Besitz der Familie zu Eltz. Der gegenwärtige Besitzer des Hauses wohnt nicht mehr in der Burg sondern in Frankfurt am Main. Die Burg fällt unter Denkmalschutz in Mainz.
Im Mittelalter besaßen die Adligen nicht nur eine Burg, sondern auch die Ländereien, die um die Burg lagen. Die Leibeigenen des adligen Herrns, die Bauern, versorgten diese Ländereien und die Ernte. In der Burg gab es noch den Hofstaat, Jäger, Handwerker, Küchenpersonal, Wachen und Geistlichen.
Der Burg war nicht nur die Wohnung der Burgherr und seinem Personal, sondern auch der Verwaltungssitz, das Vorratslager und das Gericht. Im Zentrum der Burg befindet sich der Wohn- und Festsaal (der Palas). Dieser Teil besteht aus einem Gebäude mit dicken Mauern und erstreckt sich über mehrere Stockwerke aus. In dem oberen Stockwerken wohnte der Burgherr und seine Familie. In dem Erdgeschoss befand sich meistens die Verwaltung. Um den Palas gibt es ein Burghof, der von einer großen Ringmauer umgrenzt wird. Die meisten Nebengebäude, wie Küche, Ställe und Vorratsräume liegen neben dieser Mauer. Sehr große Burge verfügen noch über eine Vorburg, die auch ummauert war. Hier waren die Arbeiter und das Vieh untergebracht. Der Stand der Sonne war damals sehr wichtig. Der Alltag richtete sich nach diesem Stand. Die Bewohner standen mit Sonnenaufgang auf und arbeiteten bis Sonnenuntergang. Wenn es Abend wurde, zogen die Burgbewohner sich in die kleineren Räume zurück, die sogenannten Kemenaten, da diese schneller aufheizen.
Auf der Burg wurde nicht sehr abwechslungsreich und gesund gegessen. Weil es damals noch keine Kartoffeln gab, aß man vor allem Produkte, die aus Getreide hergestellt wurden wie Bier, Brot und Brei (wegen der schlechten Zähne). Dazu aß man gern Eier oder Milch. Fleisch war eigentlich nur für das Personal. Im Sommer kamen noch Säfte aus Obst dazu. Die mussten aber schnell getrunken werden, weil sie nicht lange haltbar waren.
Die hygienischen Einrichtungen auf der Burg waren sehr dürftig. Die unteren Schichten hatten kein warmes Wasser zum Waschen . Es wurde damals nicht gebadet oder geduscht, obwohl sie Seife zur Verfügung hatten. Es gab damals keine normale Toilette, nur eine Aborte. Das ist ein Plumpsklo an der Außenseite der Burg. Man kann sich vorstellen, das die Leute ziemlich gestunken haben. Dieser Geruch wurde mit Parfum weg parfümiert. Auch in den späteren Schlösser kannte man keine richtigen Toiletten. Es gab nur Vorhangwände, hinter denen das kleine Geschäft verrichtet wurde.
In den Winterzeiten konnte man auf der Burg nicht viel machen. Drinnen war es genauso kalt wie draußen. Nur kleine Räume konnten beheizt werden. Auf den Feldern konnte man auch nichts tun. Erst im Frühjahr ging man wieder auf die Felder um zu säen. Weil noch viel Zeit übrig blieb, war dies auch die Zeit der Ritterturniere, wobei die Geschicklichkeit getestet werden konnte. Burgfrauen beschäftigten sich vor allem mit Sticken oder mit der Erziehung der Kinder.
Im Sommer kümmerte man sich vor allem um das Ernten. Wenn im Spätsommer das Meiste getan war, veranstalteten die Burgherren Jagden auf ihrem Grund und manche zogen in den Krieg. Gaukler und Spielleute zogen von Dorf zu Dorf und machten auf der Burg ein paar Tage halt. Auch Zauberer, Messerschlucker und Musiker gehörten dazu.
Manchmal wurde ein großes Fest veranstaltet, wozu andere Adligen auch eingeladen wurden. Diese Feste dauerten oft mehrere Tage. Es wurde getanzt, gespielt und sehr gut und viel gegessen. Von der Jagd wurden Hasen, Wildschweine, Pfaue oder Schwäne mitgebracht und wer es sich leisten konnte, holte noch Gewürze und Zucker aus fernen Ländern herbei. Diese kosteten so viel, dass der Kuhstall dafür als Bezahlung dienen musste.
Die Weinwahl war erlesen: Weine aus Bayern waren nicht sehr beliebt. Mosel- und Rheinweine hingegen wurden sehr geschätzt. Reiche Burgherren kauften sich französische oder italienische Weine. Für die unteren Bevölkerungsschichten gab es fast keine Freizeit. Es war ein alltäglicher Kampf ums Überleben. Sie mussten hart arbeiten um das notwendige Brot zu verdienen.