Die Schuhe im Mittelalter

Die Schuhe der einfachen Bevölkerung veränderten sich im Laufe des Mittelalters kaum. Sie bestanden hauptsächlich aus rauem, hartem Leder oder aus Holz. Das Leder wurde um den Fuß gewickelt. An der Fußspitze wurde dieses Leder mit einen Lederriemen zusammengebunden. Deshalb wurde diese Art von Schuhe Bundschuhe genannt. Diese Bundschuhe waren unförmig und reichten bis zum Knöchel.

Die Holzschuhe wurden von den Bauern selber aus weichem Holz geschnitzt.
Die Schuhe dienten vor allem pragmatischen Zwecken, man wollte die Füße vor allem vor  Schmutz, Nässe und Kälte schützen.  Es war weniger wichtig, ob die Schuhe modisch waren. Mode spielte für diesen Teil der Bevölkerung eine untergeordnete Rolle. Wichtig war, dass die Schuhe bequem waren und man ungehindert arbeiten konnte.

Die Schuhe des Adels veränderten sich schon im Laufe des Mittelalters. Es gab modische Veränderungen, die Schuhe hatten nicht nur eine pragmatische Funktion, sondern hatten auch die Funktion des Status. Die spitzen Schnabelschuhe (nach orientalischem Vorbild: vorne aufgebogen und spitz zulaufend) waren nur des Adels vorbehalten. Die Schafthöhen der adligen Schuhen variierten im Laufe des Mittelalters. Ab dem 12. Jahrhundert waren die Schafthöhen vielfältig und konnten manchmal bis zum Knie reichen. Das benutzte Leder war feiner als das Leder von Schuhen aus der unteren Schichten. Man benutzte zum Beispiel Ziegen- und Schafsleder für Schuhe. Rindsleder wurde für Stiefel benutzt. Die Sohlen wurden auch aus Rindsleder gemacht. Ab dem Hochmittelalter hatte man sogar Innensohle aus Leder.

Die Schuhe des Adels waren sogenannte Wendeschuhe. Das bedeutet, dass die Schuhe auf links genäht wurden und zum Tragen auf rechts gewendet wurden. Im 11. und 12. Jahrhundert sah man vor allem zulaufende Spitzen und Fersen in der Schuhmode. Am Anfang des 13. Jahrhunderts war das Tragen von Stiefeln modern. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts wurden die Formen der Schuhe runder. Im 14. Jahrhundert kamen die spitzen Schuhe wieder in Mode, vor allem die sehr spitzen Schnabelschuhe. Wie länger die Spitze, desto adliger man war. Damit die Form behalten blieb und man sich auch wirklich damit fortbewegen konnte, wurde die Spitze mit Heu, Wolle oder Moos gefüllt. Sie wurde gedreht und mit einer schmalen Kette oder Schnur am Knie befestigt.

Um die schönen Schuhe und Sohlen vor Schmutz und Nässe zu schützen, trug man außerhalb des Hauses eine Trippe. Trippen waren hölzerne Unterschuhe, die unter den ledernen Schuhe getragen wurden. Meistens wurden die Trippen innerhalb des Hauses ausgezogen und erst wieder angezogen, wenn man das Haus verließ.

Bis zum Hochmittelalter war die gängigste Schlußart der Schuhe der Riemenverschluß. Danach wurden sie auch modisch geprägt. Es kamen Schnür-, Schlupf- und Knopfverschlüsse in Mode.

Obwohl die Schuhe des Adels eine Schutzfunktion hatten, dienten sie auch als Statussymbol. Die Schuhe der Adligen waren spitz und eng, damit man zeigen konnte, dass man im Alltagsleben keine körperliche Arbeit zu verrichten brauchte.