Ludwig van Beethoven wird am 17. Dezember 1770 in Bonn geboren. Sein Vater, Johann van Beethoven ist ein Tenor an der Hofkapelle in Bonn. Beethovens Großvater wurde in Mechelen geboren, deswegen ist es ‘Van Beethoven’ und nicht ‘Von Beethoven’. Wenn Ludwig drei Jahre alt ist, stirbt sein Großvater, der für Ludwig sehr wichtig war. Ludwig wird ihn sein Leben lang bewundern.
Ludwig hat keine sehr glückliche Jugend. Er ist ein zurückgezogenes, einsames und etwas vernachlässigtes Kind. Er hat noch zwei jüngere Brüder, die ihn später nach Wien folgen werden. Die Ehe seiner Eltern ist nicht glücklich und die Familie hat ständiger Geldmangel. Sein Vater sieht schon schnell, dass Ludwig sehr musikalisch ist und beschließt ihn selber Musikunterricht zu geben. Er hofft, dass Ludwig, wie Mozart, ein Wunderkind ist. Leider ist sein Vater oft betrunken und ziemlich gewalttätig. Im Alter von sieben tritt Ludwig zum ersten Mal öffentlich als Pianist auf.
In 1779 wird Christian Gottlob Neefe, ein Intellektueller, sein Musiklehrer. Dieser merkt sofort, dass Ludwig über ein sehr außergewöhnliches musikalisches Talent verfügt. Im Jahre 1779 verlässt er die Schule ohne viel gelernt zu haben. Das Rechnen wird er eigentlich nie beherrschen.
Ludwig fährt in 1787 nach Wien, wo Mozart ihn unterrichten soll. Man weiß nicht, ob die zwei sich je getroffen haben. Drei Monate nachdem er in Wien angekommen ist, fährt er wieder nach Bonn zurück, wo seine Mutter inzwischen ernsthaft krank ist. Sie stirbt an Tuberkulose. Sein Vater hat keine Kontrolle mehr über seinen Alkoholkonsum und kann dadurch nicht seine drei Söhne betreuen. Ludwig bekommt darauf die Rolle des Familienoberhaupts.
Mozart stirbt, viel zu jung, in 1791. November 1792 bricht Ludwig wieder nach Wien auf um dort (diesmal bei Haydn) zu studieren. Als er dort ankommt , hört er, dass sein Vater verstorben ist. Ein paar Jahre später besetzen die französischen Truppen wegen der Französischen Revolution das Rheinland, und kann er nicht mehr nach Bonn zurückkehren. Er trifft sich oft mit adligen Familien und ist dort sehr beliebt wegen seines virtuosen Klavierspiels.
1795 tritt Ludwig zum ersten Mal auf. Seine beiden Brüder sind inzwischen auch nach Wien gezogen und lassen sich dort permanent nieder. Ein paar Jahre hintereinander macht er Musikreisen ins Ausland und komponiert er immer mehr Musikstücke.
Seine erste Sinfonie schreibt er in 1799. In den Jahren danach hört er immer weniger, obwohl er darüber am Anfang noch geheimnisvoll tut. Er reist nach Heiligenstadt um dort ein Arzt zu besuchen, der ihm vielleicht helfen kann, sein Gehörleiden zu genesen. Dieser muss leider konstatieren, dass das nicht der Fall ist. Beethoven wird so depressiv, dass er an Selbstmord denkt. Er schreibt eine Art von Testament, wo er seine Gefühle äußert und seine Verzweiflung beschreibt. Er schreibt, dass er sich verpflichtet fühlt, seine Musikalität an der Menschheit zu schenken, bevor er sterben wird. Dieses Dokument wird nach seinem Tod bekannt als ‘das Heiligenstädter Dokument’ .
Ein paar Jahr danach trifft er ein Mädchen, eine Gräfin, Giulietta Guicciardi. Er lehrt sie Klavier spielen und obwohl er weiß, dass er sie wegen Standesunterschiede nie heiraten kann, widmet er ihr die ‘ Mondscheinsonate’. Ludwig verliebt sich oft in Frauen, aber nur immer für kurze Zeit.
Wenn er in 1805 Josephine von Brunswick, eine junge Witwe mit vier Kindern, kennenlernt, verliebt er sich hoffnungslos. Er schenkt ihr das Lied ‘An die Hoffnung’. Bis auf heute wird angenommen, dass sie die ‘Unsterbliche Geliebte’ Beethovens war.
Inzwischen schreibt Ludwig mehrere Sinfonien. Seine dritte Sinfonie ‘Eroica’ widmet er Napoleon Bonaparte, den er sehr bewundert. Er hat die Sinfonie mit dem Zusatz „intitolata Bonaparte“ oder „geschrieben auf Bonaparte“ versehen wollen.
Als er hört, dass Napoleon sich selber zum Kaiser gekrönt hat, wird er wütend und entfernt den Titelzusatz. Diese Sinfonie verursacht bei seinen Zeitgenossen ein musikalisches Erdbeben und wird bis heute als ein musikalischer Meilenstein gesehen.
Inzwischen schreibt er sein erstes Musical, ‘Leonore’, die 1805 zum ersten Mal aufgeführt wird. Wien ist mittlerweile von den französischen Truppen besetzt worden und die kaiserliche Familie sowie auch viele Adligen sind geflüchtet. Sein Publikum besteht fast nur aus französischem Militär und deswegen scheitert das Musical. Auch die zweite Version, ein halbes Jahr später, bleibt ohne Erfolg. Erst in 1814 hat die dritte Version ‘ Fidelio’ einen sehr großen Erfolg.
In 1810 möchte er sich mit Thérèse Malfatti verheiraten. Er schenkt ihr eine Bagatelle (ein kleines Werk der Instrumentalmusik, meist für Klavier), wovon man heutzutage sicher ist, dass es ‘für Thérèse’ geschrieben stand. Er hatte aber eine sehr unlesbare Handschrift und deshalb hat man gedacht es steht ‘für Elise’ geschrieben. Thérèse hat aber nicht die Absicht Ludwig zu heiraten und lehnt den Antrag ab.
Ein paar Jahre später, 1815, beginnt eine sehr erfolgreiche, doch schwierige Periode für Ludwig. Er hat kein Geld mehr und er fühlt sich psychisch sehr schlecht. Napoleon Bonaparte hat den Krieg verloren und ist nach Elba ins Exil geschickt worden. Die Europäische Fürsten und Staatsmänner kommen zusammen um eine neue politische Ordnung in Europa zu besprechen, das sogenannte Wiener Kongress. Auch sind sie sehr an Kunst interessiert, deshalb ist Ludwig oft und viel anwesend. Er schreibt verschiedene Musikstücke, die berühmt werden und womit er viel Geld verdient.
Wenn Ludwig immer weniger hört und fast taub geworden ist, benutzt er Hefte um zu kommunizieren; die ‘Konversationshefte’. Viele davon sind bewahrt geblieben und später publiziert.
In 1821 schreibt er seine Missa Solemnis fertig, die er selbst für sein meist vollendetes Werk hält. Weil er so viel wie möglich Geld damit verdienen will, bietet er handgeschriebene Exemplare an den europäischen Höfen an. Letztendlich wird diese ‘Missa’ von Schott in Mainz herausgegeben.
1824 ist seine 9. Sinfonie für London fertig geschrieben . Auf Drängen wichtiger Wiener Musikliebhaber, beschließt er seine Sinfonie und die ‘Missa solemnis’ für die Première nach Wien zu bringen. Das Konzert ist sehr erfolgreich, alle Plätze sind ausverkauft. Wegens seiner Taubheit kann Ludwig nicht selber dirigieren, aber er steht auf der Bühne um die Tempi anzugeben. Der Umsatz ist leider weniger groß als erwartet.
In demselben Jahr bekommt Ludwig schreckliche Bauchschmerzen und soll Abnehmen. Wenn er 1826 in einer eiskalten Herberge übernachtet wird er sehr krank. Er hat einen Lungenentzündung aber geniest unerwartet schnell. Aber dann schlägt das Schicksal zu: er leidet an Gel- und Wassersucht, wodurch sein ganzer Körper anschwillt. Er kann nicht mehr arbeiten und hat also kein Einkommen mehr.
Nach mehreren Punktionen und erfolglosen Behandlungen stirbt er am 26. März 1826. Ludwig van Beethoven wird am Währinger Ortsfriedhof beerdigt. Sein Leichnam ist noch zweimal exhumiert worden und liegt heutzutage in den Ehrenhain auf dem Wiener Zentralfriedhof. Seine Todesmaske kann man im Wiener Beethoven Museum finden.
Ludwig van Beethoven gilt als der Vollender der Wiener Klassik und hat den weg vorbereitet für die Romantik. Er hat Grundsteine gelegt für die Durchdringung der Solokonzerte in der weiteren Musikgeschichte. Wo er sich am Anfang noch sehr den Stil von Haydn und Mozart angeschlossen hat, fand er in seiner letzten Periode seinen eigenen Stil.
Beethoven schrieb seine Musik nicht nur zur Unterhaltung. Er wollte den Zuhörer nachdenklich stimmen. Er kämpfte selber mit den Verhältnissen zwischen Religion und gesellschaftlichen Problemen, Gott und den Menschen.
In dem 18. Jahrhundert, während der Aufklärung, wurde noch kein deutlicher Unterschied zwischen Wissenschaft und Kunst gemacht: es ging dabei vor allem um das Entdecken und das Weitergeben von neuen Ideen. Viele dieser Ideen bezogen sich auf die Gesellschaft.
In der 9. Sinfonie sind die Ideen von Ludwig van Beethoven ziemlich explizit: ‘ Alle Menschen werden Brüder’. Dieses Lied, 1785 von Schiller geschrieben, ist 1972 gewählt als Volkslied Europas und 1985 wurde es zum Volkslied der Europäischen Union.
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