Emil Nolde (1867 -1956) ist im Norden Deutschlands geboren und fühlte sich sehr mit der rauen, ländlichen Heimat verbunden. Er war tief religiös. In seinem Elternhaus gab es bemalte Christus Tafeln, wovon er glaubte, dass es ‘mythische Wunder’ waren. Die Familie Hansen ging jeden Sonntag in die Kirche und die Bibel war das einzige Buch, das in dem Haus vorhanden war. Seine religiösen Bilder sind wahrscheinlich von dieser Zeit bestimmt.
Er war der Meinung, Kunst konnte nur von innen aus entstehen. Die benutzte Farbe sollte aus dem Unbewussten auf die Leinwand aufgetragen werden. Es ging ihm um das Ursprüngliche, das Rohe und das Unverfälschte. Er schrieb: ‘Farbe ist Kraft, Farbe ist Leben’. Er wollte keine getreue Nachahmung der Natur malen. Die Schönheit der Bilder sollten aus dem Inneren des Künstlers selber entstehen.
Nolde war ein Expressionist. Er malte ursprünglich und primitiv. Die biblische Szene ‘Christi Himmelfahrt’ soll man als Spiegel der Seele verstehen. Er hatte nicht die Absicht, die Geschichte aus der Bibel zu malen, er wollte keine Kirchenkunst machen.
Wichtig ist, wie die Farben auf den Zuschauer und den Maler wirken. Die Wahl der Farbe und der Inhalt sind stark aneinander verbunden. Nolde hatte nicht die Absicht Farben bewusst als Symbol zu verwenden. Er wollte eher, dass die Farben auf den Unbewussten wirken. Sie korrespondieren mit dem emotionalen Zustand des Dargestellten.
Auf dem Gemälde: ‘Aus dem Leben Zyklus zum Leben Christi’ sieht man Christus als eine Art rothaariger Hippie gegen einen blauen Himmel. Von den Gesellen sieht man nur die großen Köpfe. Die Farben sind hell, die Figuren unförmig und primitiv. Es ging auch hier nicht um eine naturgetreue Wiedergabe des Menschens, sondern um die Bedeutung, die emotionale Wirkung auf den Zuschauer.