Egon Schiele (1890 - 1918) war ein Österreichischer Maler. Seine Werke sind expressionistisch und sind von Klimt und der Secession beeinflusst worden. Schieles Werke galten während des Naziregimes als entartete Kunst. Er hat vor allem Menschen gemalt.
In seinen Porträts versucht er die innerliche Gefühle seiner Modelle sichtbar zu machen. Die Erfahrungen sind im Expressionismus vor allem wichtig: Entstehen und Untergehen, Verlangen und Lust, Leiden und Depression, Extase und Verzweiflung.
Die persönliche, unterbewusste Reaktion des Künstlers steht in dem Expressionismus zentral. Die Bindung mit der Wirklichkeit fällt oft komplett weg. Der Künstler benutzt dazu verfremdende Effekte. Das war in der Zeit noch relativ neu. Die Impressionisten wollten bisher die sinnlich erfahrene Wirklichkeit darstellen.
Obwohl Schiele in seinem Linienspiel stark von Klimt beeinflusst wurde, benutzt er eine andere Art von Linien. Wo Klimt vor allem die rundere Form um die Menschliche Gestalt zu idealisieren benutzt, zeichnet Schiele kräftige, eckige Linien. Dadurch sehen die Körper für die Zuschauer fremd und beängstigend aus. Sowohl Frauen als Männer werden nackt in unübliche Körperhaltungen dargestellt. Die Gemälde haben oft einen explizit sexuellen und exhibitionistischen Charakter. Das kann heutzutage noch immer als erschütternd erfahren werden.
Der Tod hat in Schieles Leben eine wichtige Rolle gespielt. Sein Vater und seine Schwester waren jung verstorben und zwei seiner Schwester wurden leblos geboren. Es ist deshalb nicht erstaunlich, dass der Tod in seinem Werk eine große Rolle gespielt hat. Egon Schiele stirbt in 1918, nur 28 Jahre alt, an der spanischen Grippe.
‘Der Tod und das Mädchen’ zeigt eine Umarmung von dem Tod und ein Mädchen. Der Tod ähnelt Schiele und das mädchen ist Schieles ex-Freundin und Modell Wally Neuzil. Dieses Gemälde wird oft biografisch erklärt. Es würde die langjährige Beziehung mit und die konfliktreiche Trennung von Wally darstellen. Schiele beschäftigt sich hiermit auch mit einem alten Tradition. Dieses Thema wurde in der Romantik, sowohl in der Poesie als auch in der Musik oft benutzt.
Auf dem Gemälde füllen die Figuren fast den ganzen Landschaftsstreifen. Ein weißes Tuch hängt hinter dem Paar, sie umarmen sich innig. Der Tod umfängt die (sterbende) Frau wie eine Geliebte, zärtlich und vorsichtig. Um den Kopf des männlichen Gestaltes ist ein Heiligenschein zu sehen, daran kann man erkennen, dass diese Figur nicht von dieser Welt ist.
Sie hat ihre Augen geschlossen, während er seine Augen weit aufgesperrt hat. Hierin könnte man auch die Entwicklung Schieles von jung Erwachsenen zum Mann sehen. Im gleichen Moment, verlässt er Wally, die ihm auf diesem Weg begleitet und angeleitet hat.
Wally lässt sich zur Krankenschwester ausbilden. Sie stirbt im Dezember 1917.