Immanuel Kant

“Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen”

Kant war einer der wichtigsten Philosophen aus seiner Epoche. Er wird betrachtet als der erste deutsche idealistische Philosoph.

Immanuel Kant wurde am 22. April 1724 in Königsberg (heutzutage Kaliningrad, Russland) geboren. Er hat dort sein ganzes Leben gewohnt. Er war sehr intelligent und studierte Philosophie, Mathematik und Physik an der Universität von Königsberg. Nachdem er sein Diplom geschafft hatte, verdiente er sein Brot als Hauslehrer. Ab 1760 entwickelte er sich zum talentierter Autor.

Kant war bekannt um seine Pünktlichkeit und sein Disziplin. Seine große Leidenschaften waren Mathematik, Logik und Wissenschaft. Musik und Kunst konnten ihn nicht begeistern. Er war ein lustiger Mann und sehr beliebt. Trotzdem hat er nie geheiratet, weil er in seinen jüngeren Jahren zu arm und dann später zu alt war.

In der Zeit (Aufklärung), beruhte die Philosophie noch sehr auf den Rationalismus. Ab 1760 distanzierte Kant sich immer mehr von dieser rationellen Philosophie. Er entwickelte eine neue Philosophie, wo die Religion keine Rolle mehr spielte . Das Übernehmen von Verantwortung für das eigene Handeln wurde wichtig. Er verband den Rationalismus mit dem Empirismus.

Die Rationalisten (wie Spinoza) behaupten, die Vernunft ist die Quelle der Erkenntnis. Man muss das eigene Denken als Ausgangspunkt nehmen. Der Rationalismus ist basiert auf einer allgemein anerkannten Wahrheit (einem Naturgesetz) und nicht auf die sinnliche Wahrnehmung.

Empiristen (wie Locke) gehen davon aus, dass alle Erkenntnis nur auf Erfahrung beruht. Der Mensch ist eine Tabula Rasa (ein unbeschriebenes Blatt) und alles was der Mensch weiß, beruht nur auf die sinnliche Wahrnehmung und Erfahrung. Kant behauptete: “Theorie ohne Empirie ist leer. Empirie ohne Theorie ist blind”

Der Kern seines Philosophies ist zurück zu finden in seiner drei wichtigsten und bekanntesten Werken: die Kritiken. In der Kritik der reinen Vernunft, der erste Teil, versucht er die Frage: ‘was kann ich wissen? ‘ zu beantworten. In der Kritik der praktischen Vernunft, zweiter Teil, stellt er sich die Frage wie man richtig handelt. In der Kritik der Urteilskraft, der dritte Teil, fragt er sich was der Mensch hoffen darf.

Kant geht davon aus, dass das Erkenntnissubjekt (zum Beispiel eine Person) für sich (nur in seinen eigenen Gedanken) ein Erkenntnisobjekt wahrnimmt. Diese Wahrnehmung macht man mit den Sinnen und führt zu Anschauung. Das Subjekt entwickelt eine innere Empfindung. Anschließend bildet das Subjekt durch Vernunft eine Vorstellung auf Basis von vorgegebenen, feststehenden (= a priori, voraus) Kategorien . Diese Kategorien sind unter anderen Zeit, Raum, Quantität, Qualität, Modus und Beziehungen. Zu den Beziehungen werden auch Relationen mit Ursache und Wirkung gezählt.

Das Subjekt kann wieder rational auf Basis produktiver Vorstellungskraft in Zusammenhang mit Anschauung, Empfindung und Vorstellung ein abstrakter Begriff bilden. (= a posteriori, nachher)

Das Subjekt, das mit Vernunft begabt ist, bildet letztendlich zu den Erkenntnisobjekten, die er für sich begreift, auch Urteile in Blick auf deren vorgestellten Kategorien. Kurz gesagt: alles was wir wahrnehmen (mit den Sinnen und den Erfahrungen) wird durch den Vernunft geordnet.

Zum Beispiel: Du bist aufgewachsen mit der Idee, dass Vasen viereckig sind, weil bei euch zu Hause es nur solche Vasen gibt. Du kommst bei jemandem und siehst ein rundes Objekt. In diesem Objekt sind Wasser und Blumen drin. Du weißt rational schon (a priori= voraus), dass man eine Vase für Wasser und Blumen benutzt. Nachdem du dir die runde Vase angeschaut hast, verstehst du auch, dass eine Vase nicht nur viereckig sein muss, sondern auch andere Formen haben kann (a posteriori = nachher). Die Vorstellung, die du von einer Vase hattest, hat sich hiermit endgültig geändert.

In der Kritik der reinen Vernunft schließt Kant, dass wir keine Kenntnisse haben oder haben können über Sachen die wir nicht sehen können (denn es ist keine Anschauung möglich), also auch nicht über die unsterbliche Seele, die Welt an sich oder ein Gott, der den Kosmos regiert. Metaphysik als Wissenschaft ist daher nicht möglich.

In der Kritik der praktischen Vernunft schreibt Kant  über  ‘der kategorische Imperativ’. Er ist der Meinung, dass der gute Wille das höchste Gut ist. Kant unterscheidet zwei Arten von Imperativen: der hypothetische Imperativ und der kategorische Imperativ.

Text geht weiter unter dem Video.

Der hypothetische Imperativ funktioniert nach dem Prinzip: wenn A, dann B. Zweck und Mittel stehen in direkter Zusammenhang und können individuell bestimmt sein.

Der kategorische Imperativ unterwirft das Handeln einem allgemein gültigen Gesetz. Es geht dabei nicht um einen bestimmten Zweck zu beantragen. Es gibt , laut Kant, nur einen Imperativ wonach man handeln soll: „Handle nur nach derjenigen Maxime (Prinzip, Richtlinie), von der du wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde!

Man sollte also auf die Art und Weise handeln, wovon man möchte, dass es zu Gesetz gemacht wird. Denn ein autonomer Mensch weiß, dass er nicht egoistisch vorgehen kann. Wenn jeder das machen würde, ginge es auf Kosten der Freiheit aller Menschen.