Martin Luther

Martin Luther (geboren Luder, 1483 - 1546) war ein Bauernsohn und wurde zu Hause streng erzogen. Er besuchte die Lateinschule, wo noch mittelalterliche, barbarische Lehrmethoden vorherrschten. Dadurch wurde er ein zurückhaltender, doch sehr begabter Junge. Weil die Familie Luthers genügend Geld besaß, durfte Martin Luther Jura an der Universität von Magdeburg studieren.

Als er 1505 in einen schweren Sturm geriet und in seiner Nähe ein Blitz einschlug, gelobte er die Heilige Anna, Mönch zu werden. In 1707 ging Luther in ein Kloster in Erfurt und wurde Mönch.

Das Leben in einem Kloster war in der Zeit besonders schwer. Der Tag wurde bestimmt durch Fasten, Beten und Arbeiten. Diese Zeit hat Luther sehr geprägt. Luther empfund einen engen Bezug zum Bibel, wodurch seine spätere Schriften auch gekennzeichnet wurden. Er glaubte, dass der Mensch nur Gerechtigkeit erlangen konnte durch Gottes Gnaden und nicht durch gute Werke.

Luther war nicht nur Theologieprofessor an der Wittenberger Universität, sondern auch Prediger in der Kirche. Es fiel ihm auf, dass immer weniger Menschen nach seinen Predigten kamen. Stattdessen reisten sie nach einer anderen Stadt um dort Ablassbriefe zu kaufen. Diese Briefe ersetzten die Beichte und man kaufte damit sein sogenanntes Seelenheil. Das war Luther völlig zuwider. Der Handel in Ablassbriefe nahm zu, weil die Römische Kirche in Geldnot kam und sie es den Bischöfen erlaubte, auf diese Weise mehr Geld für die Kirche zu verdienen.

Luther sprach sich in seinen Predigten gegen den Ablasshandel aus. Am 31 Oktober 1517 schrieb er seinem kirchlichen Vorgesetzten. Er hoffte damit, den Ablasshandel ein Halt zuzurufen zu können. Er legte den Brief 95 Thesen bei, worin er die kirchliche Praxis des Ablasshandels hinterfragte und die theologische Rechtfertigung dafür angriff. Laut der Legende nagelte Martin Luther seine Thesen an die Kirchentür in Wittenberg.

Die Kirche war nicht mit dem Inhalt der Thesen einverstanden und er musste seine Sichtweisen umformulieren. In 1520  beschloss er sich von der Römischen Kirche zu trennen.  Es wurde ein Ketzerprozess gegen ihn aufgenommen und er bekam eine schriftliche Bannandrohung.

Demonstrativ verbrannte er diese Androhung, zusammen mit dem Kirchengesetzbuch und Büchern seiner Gegner an dem Platz, wo sich heutzutage die Luthereiche befindet.

Der Papst verhing daraufhin den Bannfluch über Luther. Das deutsche Volk war aber sehr von Luthers Gedanken begeistert. Einige Fürsten hofften, dass Luther den Einfluss des Papstes auf die Reichspolitik schwächen konnte. Der Kaiser sah sich gezwungen Luther anzuhören und lud ihn deshalb nach dem Reichstag in Worms ein.

In dem Reichstag wurde ihn gebeten, seine Lehren zurückzunehmen. Luther sah keinen Beweis gegen seine Thesen und widerrief sie also nicht:

"wenn ich nicht durch Zeugnisse der Schrift und klare Vernunftgründe überzeugt werde; denn weder dem Papst noch den Konzilien allein glaube ich, da es feststeht, daß sie öfter geirrt und sich selbst widersprochen haben, so bin ich durch die Stellen der heiligen Schrift, die ich angeführt habe, überwunden in meinem Gewissen und gefangen in dem Worte Gottes. Daher kann und will ich nichts widerrufen, weil wider das Gewissen etwas zu tun weder sicher noch heilsam ist. Gott helfe mir, Amen!"

Text geht weiter unter dem Video.

Luther durfte Worms wieder verlassen und bekam einen Brief, die ihm 21 Tage freies Geleit versprach. Aber sobald er Worms verlassen hatte, verhing der Kaiser Luther unter die Reichsacht, er war nun vogelfrei.

Auf der Rückreise ließ Kurfürst Friedrich der Weise Luther entführen und brachte ihn in Sicherheit auf die Wartburg bei Eisenach. Friedrich hoffte, dass durch Abwesenheit Luthers, die Angriffe auf die reformatorische Bewegung etwas abschwächen würden.

Luther lebte nun inkognito auf der Wartburg. Er nannte sich Junker Jörg und widmete sich einer neuen Aufgabe. Er übersetzte in elf Wochen das Neue Testament aus dem Griechischen ins Deutsche. Er benutzte dafür das ‘Neue Testament’ von Erasmus. Er wollte die Bibel für jeden zugänglich machen. In 1522 wurde dieses Werk gedruckt und konnte damit schnell verbreitet werden. Weil jetzt auch das Volk diese Bibel selber lesen konnte, wurde es in den evangelischen Gebieten zum Volksbuch. Damit hat Luther einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung einer einheitlichen Schriftsprache Deutschlands geleistet. In den katholischen Ländern wurde diese Schriftsprache übrigens erst im 18. Jahrhundert benutzt.

Die reformatorischen Ideen Luthers wurden in Wittenberg auch praktisch umgesetzt. Luther hielt aus der Ferne, einen engen Briefkontakt zu seinen Mitstreitern. Als 1522 die radikalen Reformatoren die Macht gewonnen, kehrte er nach Wittenberg zurück.

Er sah es als seine wichtigste Aufgabe das Schulwesen zu reformieren. Die Reformation brauchte dringend gut ausgebildete Pfarrer, Lehrer und Beamte. Er verpflichtete die Obrigkeiten christliche Schulen aufzurichten und zu behalten. Damit konnte man eine gute Ausbildung der Jugend garantieren.

Diese Stellungnahme wurde nicht von jedem gut aufgenommen. Thomas Münzer, ehemaliger Anhänger Luthers, forderte gerechtere, wirtschaftliche Verhältnisse. Luther predigte in dem Aufstandsgebiet gegen Gewalt. Die Bauern lehnten seine Vorschläge ab und kämpften weiter, aber erfuhren letztendlich eine Niederlage bei der Schlacht bei Frankenhausen.

Obwohl er sich oft mit anderen gestritten hat über die Bedeutung der Reformation, er oft enttäuscht wurde und darunter auch gelitten hat, blieb er bis zum Ende seines Lebens predigen.

Im Jahre 1546 starb Martin Luther in Eisleben. Sein Leichnam wurde in der Schlosskirche zu Wittenberg beigesetzt.