Hans Holbein der Jüngere & Desiderius Erasmus

Hans Holbein der Jüngere (1497 - 1543) heiratet 1519 Elsbeth Binzenstock, mit der er vier Kinder bekommt. Er malt vor allem religiöse Vorstellungen. Holbein ist befreundet mit Erasmus und illustriert mehrere seiner Werken, zum Beispiel ‘das Lob der Torheit’ . Er macht auch zwei Porträts von Erasmus. Er illustriert später auch die neue Bibelübersetzung von Martin Luther. Letztendlich wird er vor allem berühmt, wegen seiner sehr treffenden Porträts.

Wegen der Reformation bekommt er weniger Aufträge von der katholischen Kirche und darum hat er es schwierig für den Lebensunterhalt zu sorgen. Erasmus rat ihn nach Frankreich zu ziehen, wo er ausführlich mit der Malkunst der italienischen Renaissance in Kontakt kommt. Zwei Jahre später geht er nach England, wo er der Humanist und Philosoph Thomas More kennenlernt. Nachdem er für eine kleine Weile wieder zu seiner Familie in Basel gezogen war, kehrt er definitiv nach England zurück. Dort spezialisiert er sich in Porträts. Er bekommt eine Stelle am Hof des Königs Heinrich der Achte. Dieser König ist sehr an Kunst und Wissenschaft interessiert und Holbein malt ein Porträt von dem König. Er entwirft sogar seine Kleidung. In 1543 stirbt Holbein an der Pest.

Desiderius Erasmus von Rotterdam wird am 28. Oktober 1466 in Rotterdam unter den Namen Geert Geerts geboren. Sein zweiter Vorname ist Erasmus, den er Erasmus von Formiae verdankt, eine beliebte Heiligenfigur aus dem 15. Jahrhundert. Während seines Studiums in Gouda beschäftigt er sich mit Schriften aus dem klassischen Altertum. Später, als er zum Priester geweiht worden ist, studiert er noch in Italien, wo er unter anderem Philosophie studiert. In England lernt er Sir Thomas More kennen, mit wem er sein Leben lang befreundet bleibt.

In Turin wird er zum Doktor der Theologie promoviert. Er publiziert ein Satireschrift, worin er die kirchlichen Missstände anklagt.

Erasmus glaubt, dass die Bibel damals nicht gut übersetzt worden ist.  1516 erscheint sein, auf Griechisch geschriebenes und danach wieder auf Latein übersetztes  ‘Neues Testament’. Dieses ‘Neue Testament’ wird später als Grundlage für die lutherische Bibelübersetzung benutzt. Dieses Werk hat also Einfluss auf die damalige Reformatoren.

Die katholische Kirche wirft ihm vor, dass er Luther zur Reformation anregt. Erasmus ist nicht bereit mit der katholischen Kirche zu brechen und will sich nicht in diesen Streit mischen. Wo Luther am Anfang Erasmus noch bewundert hat, ändert sich das im Laufe der Zeit. Erasmus glaubt an den freien Wille, der die Verantwortlichkeit bei dem Menschen selber legt. Luther ist davon überzeugt, dass alles von Gott (schon vorher) bestimmt wird.

Bis zu seinem Tod in 1536 hat Erasmus sich um eine lockere Haltung gegenüber die Religionsunterschiede bemüht. Er war der Ansicht, es geht nicht um die Kirche als Institution, sondern um das Herz des Individuums. In der unsicheren Zeit der Reformation, war nur wenig Platz für eine solche Nuancierung.