Albrecht Dürer wurde in 1471 als Sohn eines Goldschmiedes in Nürnberg geboren. Als er 15 Jahre alt war, lernte er die Technik des Holzschnittes. Dürer war ein Künstler aus der Renaissancezeit und Humanist. Er machte nicht nur Druckgrafiken und Gemälde zu religiösen Themen und Naturstudien. Er zeichnete und malte auch Selbstporträts und Porträts von unter anderen wichtigen Königen und Philosophen. Man sagte damit was über sich selber aus. Die Leute auf den Porträts sahen selbstbewusst aus.
Dürer sah seine Rolle als Künstler in der Auseinandersetzung mit der Natur und ihrer Wirklichkeit wie folgt: “dann wahrhafftig steckt die kunst inn der natur, wer sie heraus kan reysen, der hat sie.”
Seine Aufgabe bestand darin, die Natur mit künstlichen Mitteln zu überarbeiten.
Zu Beginn des 15. Jahrhunderts wurden Holzschnitte sehr beliebt. Sie waren billiger als Papier und boten die Möglichkeit die Kunstwerke schnell zu verbreiten, weil sie öfters verwendbar waren. Diese Bilder wurden oft benutzt als Illustrationen von Texten, die in der Zeit schon mit beweglichen Buchstaben gedruckt wurden. Oft waren die Bilder handkoloriert.
Anfang des 16. Jahrhunderts begann Dürer auch Stiche anzufertigen. Der Unterschied zwischen Stiche und Holzschnitte ist die Weise worauf man ein Bild schafft. Beim Holzschneiden werden die Bilder, die man nicht drucken will, aus dem Druckstock geschnitten. Beim Stich ritzt der Stecher was er abbilden will, zu druckenden Rillen in einer Metallplatte. Darin sammelt sich Tinte, die dann aufs Papier gedruckt wird. Dadurch kann man feinere Linien und Details zeigen als beim Holzdruck. Die Themen der Stiche Dürers waren nicht nur religiös sondern auch weltlich geprägt. Motive aus Italien wurden mit der deutschen Gotik verbunden.
Dürer konnte wegen dieser Stiche mit subtilen Nuancen spielen und mit Kontrasten und Details experimentieren.
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Durch seine Schnitte und Stiche wurde Dürer sehr berühmt. Überall wurde diese Art von Abbildungen nachgeahmt. Es ließen sich einfach Kopien von Gemälden erstellen, wodurch viele Künstler mit Reproduktionen Karriere machen konnten, teilweise in der Zusammenarbeit mit dem Original Künstler. Einer der berühmtesten Werke Dürers ist die Feldhase, ein Aquarell.
Das Hasenfell ist ungleichmäßig gewachsen und gefärbt. Dürer hat es sehr präzise und haarscharf gemalt. Die Brusthaare sehen weich und lang aus. Die Farbe an den Hinterläufen ist grau und die Akzente auf Ohr und Flanke hell. Auf dem ersten Blick sieht das Bild natürlich aus, aber wer genauer hinschaut, sieht dass Dürer es idealisiert hat: Die Farbe ist verteilt in dunkle und helle Parteien, die weißen Höhungen sind gleichmäßig. Hierdurch werden Körpervolumen und Lebendigkeit vorgetäuscht.Wegen der ungleichen Haarstruktur des Hasens, wirkt das Bild spannend und dynamisch. Die feinen Tasthaare stehen im Kontrast zu den breiten Pinselstrichen der weichen Brusthaare.